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Das Landesfürsorgeheim Glückstadt, um 1930 Zu dieser Zeit noch „Landesarbeits-anstalt“


Die Druckerei der Landesarbeitsanstalt


Die Tütenkleberei der Landesarbeitsanstalt



Schlafsaal im Landes-fürsorgeheim, um 1960 (Foto: Heiko Feddersen)
In den Schlafräumen wurden die Jugendlichen ab 21 Uhr eingeschlossen und waren bis zum nächsten Morgen sich selbst überlassen.




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FÜR.SORGE.ERZIEHUNG -erzählen, erinnern, verantworten“
Ehemalige Bewohner des Landesfürsorgeheims Glückstadt berichten

Laufzeit
26. September – 31. Oktober 2010

Wesentliche Elemente der Ausstellung sind Videos, in denen ehemalige „Fürsorgezöglinge“ aus ihrer Erinnerung über das Erlebte berichten. Diesen sehr persönlichen Berichten stehen historische Hintergründe und Fakten zur Seite.

Das Landesfürsorgeheim in Glückstadt, das bis 1974 betrieben wurde, steht exemplarisch im Zentrum der Ausstellung. Die 1874 als „Korrektionsanstalt“ gegründete Institution wurde 1925 in Landesarbeitsanstalt umbenannt (LAA). 1943 wurde in der LAA ein Arbeitserziehungslager für besonders schwer erziehbare Jugendliche eingerichtet. 1949 Umbenennung in Landesfürsorgeheim (LFA). Doch erst 12 Jahre, nachdem Fürsorgezöglinge ins Landesfürsorgeheim aufgenommen wurden, begann die konzeptionelle Umorientierung von einer Straf- und Bewahrungskonzeption hin zu einer Einrichtung für die Erziehung Jugendlicher. Noch bis weit in die 1950er Jahre herrschten absolut untragbare Verhältnisse im LFH Glückstadt. Auch die 1969 von den Jugendlichen ausgelöste Revolte führte zu keiner Veränderung der Lage.

Die Ausstellung basiert auf der wissenschaftlichen Aufarbeitung von Prof. Christian Schrapper (Universität Koblenz-Landau), die von ehemaligen „Heimkindern“ angestoßen und von der Landesregierung und dem Parlament eingeleitet wurde. „Mein Dank gilt vor allem den ehemaligen Heim-Bewohnern. Ohne ihr Engagement wäre eine solche Ausstellung unmöglich“, betonte Sozialminister Dr. Heiner Garg anlässlich der Eröffnung im Landeshaus in Kiel am 18. Juni 2010. „Mehr als 40 Jahre ohne echte Aufarbeitung zeigen, wie schwer es für Betroffene war, über ihre Vergangenheit zu sprechen. Es zeigt aber auch, wie schwer es war, Gehör zu finden. Die Ausstellung ist zugleich Ermahnung für einen verantwortungsvollen Umgang mit Kindern und Jugendlichen heute.“
Parallel zur Ausstellung werden die Ergebnisse der Aufarbeitung in dem Buch „Landesfürsorgeheim Glückstadt, Bewohner, Geschichte, Konzeption“ veröffentlicht. Mit-Herausgeberin ist Irene Johns, Vorsitzende des Deutschen Kinderschutzbundes Landesverband Schleswig-Holstein. „Etwa 700.000 bis 800.000 Kinder und Jugendliche lebten in der Zeit von 1949 bis 1975 in der Bundesrepublik Deutschland in Heimen. Kinder und Jugendliche haben damals in verschiedenen Erziehungsheimen statt Förderung und Unterstützung, statt gelungener Erziehung Leid und Unrecht erfahren. Die ehemaligen Heimkinder berichten von körperlicher, seelischer und auch von sexueller Gewalt“, betonte Irene Johns anlässlich der Eröffnung. „Die Landesanstalt in Glückstadt steht exemplarisch für andere kirchliche, staatliche und kommunale Einrichtungen in Deutschland aus dieser Zeit, die die Rechte und Würde von Kindern und Jugendlichen missachtet haben“, so Johns.

Das im Wachholtz Verlag Neumünster erschienene Buch basiert auf der Auswertung von mehreren tausend Akten, die das Landesarchiv Schleswig-Holstein im Zuge der Aufarbeitung übernommen und archiviert hatte.

Weitere Informationen dazu: Wachholtz Verlag Neumünster, Renate Braus, www.wachholtz.de erhältlich.
Tel: (0 43 21) 25093-13, r.braus@wachholtz.de

Weitere Informationen zur Ausstellung:
www.fuer-sorge-erziehung.de

Förderer der Aufarbeitung sind die Sparkassenstiftung Schleswig-Holstein (Ausstellung) und die Aktion Mensch.

Die Präsentation der Ausstellung im Detlefsen-Museum Glückstadt wird von der Sparkasse Westholstein gefördert.












 
   

 
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